Dienstag, 2. Juni 2015

Reif für die Insel: Kurzurlaub mit Maus und Mama



Nach dem ich knapp 6 Monate ohne Urlaub durchgearbeitete hatte, standen endlich ein paar freie Tage auf dem Programm. Diese verbrachten die Maus, meine Mutter und ich auf unserer "Familieninsel",  auf der wir schon in der Kindheit viele Ferien verbracht haben und die für mich zu einem Stück Heimat geworden ist.  Einmal im Jahr versuchen wir daher, ein paar Mutter-Tochter-Tage dort einzulegen. Für die Maus ist dies schon der dritte Inselurlaub: vor 2 Jahren in meinem Bauch (als ich leider die ganze Zeit entweder würgend über eine Toilettenschüssel oder halb ohnmächtig im Strandkorb verbracht habe), letztes Jahr als als fast durchgängig schlafendes (bis auf nachts natürlich) Baby.  Und nun als Kleinkind mit knapp 1,5 Jahren. Und so ist es gelaufen:

Tag 1

Die Anreise verlief unspektakulär. Dank Oma auf dem Rücksitz verkniff sich die Maus das Quaken und wir kamen entspannt an der Fähre an. Die Überfahrt war ruhig, es gab genügend Auslaufmöglichkeiten und Bockwurst zu Mittag. Den Weg zur Ferienwohnung legten wir zu Fuß zurück, rollten Buggy und Koffer abwechselnd. Der Plan: Die Maus so zum Mittagsschlaf zu bringen, da wir erst um 14.15 Uhr in die Wohnung konnten. Der Plan ging leider nicht auf. Ich lief und lief und lief kreuz und quer über die Insel, doch die Maus macht - abgesehen von 2 Minuten - einfach keinen Mittagsschlaf. Entnervt gab ich auf."Dann eben keinen Mittagsschlaf", dachte ich. Denn ich rechnete nicht damit, meine Kleine noch so spät und dann in einer fremdem Umgebung zum Schlafen zu bekommen.

Zum Glück belehrte mich Miss Surprise eines Besseren. Kaum entdeckte sie nach der Ankunft in der Ferienwohnung das Kinderreisebett im Schlafzimmer, kratzte sie ganz aufgeregt ans Gitter und wollte am liebsten gleich hineinspringen. Also zog ich sie schnell um, ließ die Jalousien runter (Gott sei Dank gab es eine exzellente Verdunkelung) und legte die Maus hin. Nachdem sie ca. 5 Minuten ihr neues Bettchen erkundet und das Gitternetz auf Kratzfestigkeit überprüft hatte, schlief sie ein. Ich war baff. Ich genoss die 2 verspäteten Mittagsstunden mit einem Buch auf dem zur Sonne (ja, sie ließ sich tatsächlich ab und an blicken) ausgerichteten Balkon.

Nachdem Mittagsschlaf machte wir uns auf den Weg zum Meer. Mittlerweile war es ganz schön stürmisch geworden aber das machte uns nicht viel aus. Wir waren ja dick eingemurmelt (und das Ende Mai) und genossen einfach die frische, salzige Luft. Irgendwann hatte Mausi keinen Bock mehr auf Buggy und ich schnallte sie mir kurzentschlossen mit dem Bondolino auf den Rücken. Derart bepackt bummelten wir noch ein wenig durch die Fußgängerzone. Ganz schön sportlich. Dank meines mitgebrachten Schrittzählers konnte ich ermitteln, dass ich jeden Tag rund 15. 000 Schritte gegangen bin, einen Teil davon mit 11 Kilo-Kind auf dem Buckel. Kein Wunder, dass ich abends immer so ausgehungert war.

Nach einem Zwischenstopp auf ein Stück Kuchen im Strandcafé, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Abends gingen wir zu einem ganz gemütlichen Italiener, wo die Kleine ihre Kinderpasta leider verschmähte und stattdessen lieber die Spaghetti Carbonara ihrer Oma plünderte.  Da die Mittagspause ja sehr spät war, hielt die Maus am Abend länger durch, so dass wir gemütlich unsere Wein austrinken konnten und erst gegen 9 Uhr  zurück in der Wohnung waren. Diesen Rhythmus behielten wir dann den gesamten Urlaub bei.

Die Nacht verlief sehr geruhsam. Müde von der vielen frische Luft, schlief die Maus problemlos ein, erst um sieben Uhr wachte sie - vermutlich von einem schlechten Traum  - kurz auf und weinte, schlief dann aber bei mir im Bett schnell weder ein und bis 9 Uhr weiter.

Tag 2

Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns wieder auf den Weg zum Strand. Dort gibt es einen tollen Kinderspielplatz, wo wir die Maus ausgiebig schaukeln und rutschen ließen.  Danach ließen wir sie mit dem neu gekauften Eimer-Schaufel-Set ein wenig im Sand buddeln, bevor wir uns weiter ans Wasser wagten. Dort steckten wir die Maus schnell in Matschhose und Gummistiefel und brachte ihr das Muschel-Sammlen bei. Dabei mussten wir sie immer wieder davon abhalten, sich kopfüber in die kalten Nordseefluten zu stürzen.

Mittags legten wir eine Pause in unserem Lieblingsstrand-Restaurant ein, das wir allerdings ziemlich schnell wieder verließen, weil die Kleine arg quengelte und uns so deutlich signalisierte, das jetzt Zeit für ein Päuschen sei.

Nach dem Mittagsschlaf  mieteten wir uns Fahrräder plus Anhänger und machten uns auf eine kleine Spritztour durch die wunderschöne Dünenlandschaft.  Unseren täglichen Kuchen plus Aperol Spritz gönnten wir uns in einem auf der Außenterrasse eines Strandlokals. Dort unterhielt die Maus die im Inneren sitzenden Gäste, indem sie abwechselnd ihren Mund und den Popo gegen das  Terrassenglas drückte und dazu dekorativ mit dem Hintern wackelte. Mittlerweile war es richtig warm geworden und wir ruhten uns noch ein wenig am Strand aus, wo die Maus uns mit Sand bewarf.



Abends hatten wir (zum Glück) eine Tischreservierung in einem ostfriesischen, sehr kinderfreundlichem Restaurant. Die Maus bekam eine Maltafel zum Zeitvertreib und Fischstäbchen zum Essen. Die mitgelieferten Pommes verschmähte sie (zum Glück), dafür löffelte sie das Ketschup-Schälchen aus. Eine herrliche Sauerei. Nach einem Absacker in einer Strandbar, wo die Maus sich unsterblich in einen Hund verliebte und ihre Zuneigung durch zärtliches Anbellend des Vierbeiners demonstrierte,  ging es wieder "Heim" in die Wohnung.

Tag 3

Nach einer wieder sehr erholsamen Nacht und langen (dieses Mal ohne "Zwischenfall" starteten wir den Tag mit ausgiebigem Shopping. Mittags ging es wieder in "unser" Strandcafé und dann schnell nach Hause zum Mittagsschlaf. Am Nachmittag spazierten wir wieder zum Stand. Leider war es derart windig, dass wir nach kurzer Zeit alle wie panierte Schnitzel aussahen und es vorzogen, auf einen Aperol ins Strandcafé zu flüchten.  Abends suchten wir erst vergeblich einen freien Tisch in einem Restaurant, kamen schließlich bei einem eher unterdurchschnittlichen Italiener unter. Egal. Die Maus machte alles tadellos mit und war glücklich -und wir daher auch.

Tag 4

Nach dem Frühstück packten wir unsere sieben Sachen zusammen, deponierte unsere Koffer in den Flur und machten uns zum letzten Mal auf den Weg zum Strand. Einen kurzen Spaziergang und einen Abschiedscafé später, ging es auf zum Hafen.
Na, habt ihr es erkannt?

Auf dem Schiff ergatterten wir einen Fensterbank und winkten unserer Insel zum Abschied noch einmal zu. Dank des Min-Spielplatzes an Bord verging die Zeit wie im Flug.

Auf der Autofahrt zurück sollte die Maus dann endlich ihren Mittagsschlaf machen. Eigentlich. Rund 20 Minuten quengelte und weinte sie in ihrem Kindersitz, bis sie endlich doch noch in den Schlaf fiel.

Zu Hause

Verwöhnt durch drei super lange Nächte und weitgehend quengelfreie Tage traf mich die Realität zu Hause um so härter. Die Maus hatte schlechte Laune aufgrund des Urlaubendes und schlief abends ewig nicht ein wegen aufgrund des geänderten Tagesablaufs mitsamt frühen Essens- und Schlafenszeiten.

Fazit

- die Maus ist ein prima Urlaubskind, ich konnte mit ihr fast genau die gleichen Sachen machen wie ohne Kind
- nach der Rückkehr in den Alltag ist sie allerdings unausstehlich. Eigentlich nicht ungewöhnlich. ;))


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