Samstag, 14. Februar 2015

Krankes Kind und krank mit Kind - zum Kotzen!

Die letzten Wochen waren mehr als hart. Zuerst der Entwicklungssprung der 55.Woche, der mir zunächst ein übellauniges, klammerndes Quengelkind einbrachte und dessen Nachwehen mit immer noch schlaflose Nächte beschert, ausufernder Verwandtenbesuch und dann die 1. Magen-Darm-Grippe im Leben der kleinen Maus. Erste Male sind ja bekanntlich nie ganz einfach, aber auf dieses 1. Mal hätte ich gerne verzichtet.

Alles fing mit einem harmlosen Hinweisschild an der Krippentür an. "Es sind 2 Fälle von Magen-Darm-Grippe aufgetreten". 24 Stunden später waren es schon 10 und meine Maus einer der "Fälle". Am Abend verschmähte sie lediglich ihr Abendbrot, was mich zwar ein wenig verwunderte, mich aber nicht groß beunruhigte. Als ich sie dann später in ihr Bettchen legen wollte, ergoss sich der erste Schwall aufs Laken. Hektisch hob ich das arme Würmchen aus ihrem eigenen Erbrochenen und musste mich doch sehr wundern: Wie um alles in der Welt hatte sie es geschafft, sich selbst auf den Kopf zu kotzen? Ich nahm das nasse Bündel und stellte es direkt unter die Dusche. Zunächst machte ich daran, das Kind zu reinigen, dann Bett und Zimmer. Es ist schon erstaunlich, welche Mengen an Flüssigkeiten aus so einem kleinen Körper schießen können. Nach dem alles wieder frisch und rein war, folgte der nächste ins Bett-Leg-Versuch. Erstaunlich schnell schlief die Maus ein und ich schlich mich nach unten. Kaum im Wohnzimmer angekommen, hörte ich ein verstörendes Husten durchs Babyphon... und ahnte Schlimmes! Oben angekommen wurde die Vorahnung zur Gewissheit. Ein weiterer Brechschwall hatte Kind, Bett und einen Teil der Schlafzimmereinrichtung mit einer übel riechenden Schicht überzogen.Das Reine-Mach-Programm startete von vorn. Dermaßen geübt durfte ich das ganze Prozedere dann noch ein weiteres Mal vollziehen. Mittlerweile war der Mann auch endlich zur Unterstützung dazugekommen. Aus Ermangelung an weiteren Laken und adäquater Bettwäsche war Improvisation gefragt: Ein 1,60-Meter-Laken wurde auf Kinderbettgröße runterfaltet, Leggins, und Longsleeve zum Pyjama und Strickjacke plus Sommerschlafsack zum Winterschlafsack umfunktioniert. Zum Glück verlief die Nacht dann sehr ruhig. Für die Maus. Ich wachte ängstlich, Händchen haltend neben dem Bettchen aus Angst vor der nächsten Attacke. 


Am nächsten Tag gab es nur noch einen weiteren Zwischenfall, von dem ich glücklicherweise nichts mitbekam, da ich auf der Arbeit war und der Mann als Krankenschwester einsprang. Ich trat erst in der 2. Tageshälfte zur Schicht an. Da war die große Kotzerei schon vorüber - dafür machte sich große Weinerlichkeit bei meinem Kind breit. Ich spürte, dass es ihr immer noch schlecht ging, konnte ihr aber nicht wirklich helfen. Auf dem Arm sein war doof, auf dem Boden sitzen aber auch. Mäuschen hatte Sabberblasen vorm Mund und einen verräterischen Schluckauf. Ich machte mich auf weitere Übergaben bereit, hielt das Mäuschen aus lautet Panik übers Spülbecken - doch nichts passierte. Ich merkte jedoch ihre große Übelkeit und verabreichte ihr ein Vomexzäpfchen vorm Schlafengehen. Eine gute Entscheidung. Wir hatten eine erholsame Nacht. 


Am nächsten Tag war das Kapitel Magen-Darm-Grippe für die Maus vorerst beendet. Nicht aber für mich. Doch dazu gleich mehr. Insgesamt war ich erstaunt, wie gut die Kleine das Ganze weggesteckt hat. 1 Sekunde nach dem Übergeben war sie schon wieder gut drauf, und zwischen den Kotz-Attacken übte sie fleißig laufen. Ich hätte das nicht so locker genommen - beziehungsweise habe es auch nicht. Denn auch ich blieb vom Virus nicht verschont. Am nächsten Abend fing es genauso an, wie zunächst bei der Kleinen - mit Appetitlosigkeit. Dazu gesellte sich ein faules Gefühl im Magen und später am Abend dann ein widerlicher Brechreiz. Gott sei Dank war meine Mutter im Haus. Mein Mann war beruflich über Nacht unterwegs und Oma sollte am nächsten Tag als Babysitter einspringen. Ohne sie hätte ich das nicht geschafft. Ich verbrachte große Teile der Nacht kniend vor der Kloschüssel während das Kind nach mir brüllte. Schließlich tauschten meine Mutter und ich die Nachtlager und ich wartete unten auf der Schlafcoach auf die nächste Übelkeit. 


Den nächsten Tag verbrachte ich Dank Vomex im Dämmerschlaf - immer sehr übellaunig. Doch das Schlimmste war geschafft. Nur das Kind jammerte, quengelte und verlangte nach mir. Doch ich konnte ihr nicht die gewünschte Aufmerksamkeit geben. Das tat mir zwar in der Seele weh, aber ich war schlicht und einfach ausgeknockt. Es ist wirklich keine schöne Erfahrung an Kotzeritis zu leiden, schon gar nicht mit einem quengeligem Kleinkind im Nacken und erst recht nicht, wenn dieses Kind einen braucht, man aber nicht richtig reagieren kann, weil man komplett vom Virus in Beschlag genommen wird. 


Tags darauf ging es dann schon besser. Lediglich an Appetitlosigkeit scheinen wir beide noch zu leiden. Die Maus verweigert immer noch ihr Abendbrot und schläft nach wie vor schlecht. Dazu hat sich eine Schnupfnase gesellt. Geht es jetzt etwa weiter mit einer Erkältung? Und die Zähne.... Ich fürchte, jetzt sind die nächsten dran. Es ist also alles nur eine Phase. Eine Phase nach der nächsten. Hoffe sehr, dass die nächste eine etwas ruhiger wird. 

So managt man die Kotzeritis am besten

Ich habe von erfahrenen Müttern viele Tipps bekommen, wie man eine Magen-Darm-Grippe beim Kind am besten handelt. Diese möchte ich hier gerne teilen:

  1. Bett mit dicken Badetüchern auslegen, um das Laken zu schützen
  2. Eimer als Auffangbehältnis in Reichweite - ideal bei größeren Kindern
  3. Ein Badetuch parat halten, zum Kind einwickeln und unter die Dusche tragen, wenn ein Waschgang notwendig wird
  4. Vomex als Zäpfchen oder Saft, wenns ganz schlimm kommt
  5. Zwieback und Salzcracker zu essen geben, bis der Magen sich wieder beruhigt
  6. Immer wieder Tee in kleinen Schlucken zu trinken anbieten
Habt Ihr mehr Tipps?

Kommentare:

  1. Oje, ihr Armen, das ist wirklich eine schreckliche Seuche. Und man wird leider nicht immun dagegen - heul! Welch ein Glück, dass die Oma da war. Das erinnerte mich daran, dass wir an Magen-Darm erkrankten, als mein Großer gerade 3 Wochen auf der Welt war. Er war bekanntlich ein Schreibaby, und es wäre schrecklich gewesen, wenn nicht zufällig am Tag, als es nachts bei mir losging, meine Eltern gekommen wären. Sie haben ihn dann abwechselnd mit meinem Mann herumgetragen und -gefahren. Man brauchte ja immer 2, besser 3 Leute, die sich um ihn kümmerten. Nach 2 Tagen war dann mein Mann dran (da reisten meine Eltern leider wieder ab). Wirklich nichts, was man sich 3 Wochen nach der Geburt des 1. Kindes wünscht!
    Schön, dass es euch wieder besser geht.
    Liebe Grüße!

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    1. Danke für den Mitgefühl. Deine Geschichte klingst ja aber auch nach einem wahren Alptraum. Und das so kurz nach der Geburt... Da merkt man doch wieder einmal, dass es ohne Hilfe einfach nicht geht und Familie eben doch Gold Wert sein kann!

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  2. Oh jeh! Wie ich Magen-Darm hasse! Es ist das schlimmste, was man haben kann weil man sich so unendlich elend fühlt!
    Aber zumindest scheint ihr vom Durchfall verschon geblieben zu sein! Wenn dazu auch noch 15 x Mini-Klacks-wickeln-und-wunder-Po dazu kommt, macht es das ganze noch viel unerträglicher!

    Ich hatte bisher echt sau Glück mit dem Timing der Kotzerei der Kinder, weil zufälligerweise immer der Mann auch da war, der sich dann ums Reinigen der angekotzten Gegenstände kümmert, während ich die Kinderreinigung übernehme. Den angenehmeren Job wie ich finde ;-)

    Liebe Grüße aus London,
    Uta

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    1. Liebe Uta,
      ja, das ist echt ne Sauerei. Vor allem das Großreinemachen. Ihr habt da anscheinend ne super Arbeitsteilung gefunden. ;)
      Wir sind mittlerweile von Magen-Darm über Erkältung bis zur Mittelohr-Entzündung gekommen. Das macht Spaß...
      Liebe Grüße nach London. Bleibt bloß gesund!

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