Mittwoch, 3. Dezember 2014

Krippenkoller und andere Kinderkrankheiten oder: Eingewöhnung Teil 2

Nach zwei herrlich unkomplizierten Wochen Krippeneingewöhnung macht sich langsam der erste Koller breit. Während meine Maus zunächst von ihrer neuen Umgebung und den vielen tollen Spielsachen scheinbar zu abgelenkt war, um wirklichen Trennungsschmerz zu empfinden, tat sie den in dieser Woche bei jedem morgendlichen Tschüss-Sagen lautstark kund. Und mir brach sofort das Mutterherz - mehrfach. Wenn ich den Aussagen der Erzieherin glauben darf, hat sie sich aber jedes Mal schnell wieder eingekriegt brav weiter gespielt. 

Dennoch ist etwas anders diese Woche. Mausi ist stiller, oft weinerlich, nicht mehr so draufgängerisch-fröhlich wie sonst. Zu Hause hängt sie an meinem Rockzipfel, nachts kann sie nicht schlafen, ständig fuhrwerkt sie sich mit der Hand im Mund herum. Dienstagabend zeigten sich erstmals zwei feuerrote Apfelbäckchen, zeitgleich stieg ihre Temperatur leicht an. Ich hatte sofort ihre (noch nicht vorhandenen) Zähne in Verdacht. (Wie eigentlich jedes Mal, wenn sie unleidlich ist, entweder Zähne oder Wachstumsschub, eins passt fast immer). Dann fing die Kleine auch noch an, herzzerreißend zu weinen, und ich wusste sofort: Sie hat Schmerzen. Da ich seit kurzem erkältet bin, dachte ich mir, dass sie nun auch (wieder einmal) einen Infekt hat und verabreichte ihr das von meinem Kinderarzt empfohlene Fieber- und Schmerzmittel. Seltsamerweise gesellte sich plötzlich ein ausgewachsener Brüllanfall zu ihrem Weinen. Während der Schreiattacke, bei der mir fast das Trommelfell kollabierte,  schaute mich vorwurfsvoll und zugleich äußerst wütend an, schimpfte regelrecht mit mir und verlangte nach ihrem Papa. Okay, vielleicht interpretiere ich da ein wenig zu viel hinein, aber mich überfiel sofort das schlechte Gewissen. "Ohje, ich habe mein Kind angesteckt. Es war krank in der Krippe und nicht bei mir. Warum ist es überhaupt in der Krippe? Kann ich nicht einfach noch zwei, drei Jährchen zu Hause bleiben? 


Gegengift gesucht

Womit wie wieder beim Thema wären. Kind und Karriere, Kind oder Karriere? Kind? Karriere? Die Gedanken fahren nach wie vor in meinem Kopf Achterbahn, dabei habe ich  noch nicht einmal wieder mit meinem Job angefangen. Noch sind wir sozusagen in der Vorbereitungszeit. Dennoch: Werde ich es schaffen, beidem gerecht zu werden? Meinem Beruf und meinem Mamajob? Will ich überhaupt beides vereinen? Antworten auf diese Fragen werde ich wahrscheinlich erst finden, wenn ich wieder mittendrin stecke in der Arbeitswelt. Also abwarten. 

Zurück zum kranken Kind. Heute morgen war es bestens gelaunt, also ab in die Kita. Dort war es dann - laut Augenzeugenberichten - wieder weinerlich. Kaum zu Hause angekommen zeigte sich mein Töchterlein auf einmal wieder von ihrer besten Seite, lachte, spielte, tobte, brabbelte fröhlich vor sich hin. Dann beim abendlichen Wickeln der Schock: fiese kleine rote Pünktchen am Po, in den Kniekehlen, einige auch am Bauch und an den Armen. Hat sie sich in der Krippe eine Kinderkrankheit eingefangen? Oder bekommt ihr etwa der Krippenalltag nicht? Schlägt ihr der Trennungsschmerz auf die Gesundheit? Bei mir hat er auf jeden Fall schon Spuren hinterlassen. Auch wenn man diese nicht in Form roter Pünktchen sieht. Morgen geht's statt in die Krippe erstmal zum Kinderarzt. Hoffentlich weiß der ein Gegengift für kindliche Pünktchen und mütterliches schlechtes Gewissen.

Nachtrag

Es ist die Hand-Mund-Fußkrankheit, auch als Maul- und Klauenseuche bekannt. Zum Glück ist das Schlimmste aber schon vorbei, und die Kleine hat  wenig Symptome gezeigt. 

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