Dienstag, 23. Dezember 2014

Die Sache mit der Sauberkeit oder: Wann lernt mein Kind endlich Tischmanieren?

Ich gebe es zu, ich habe es gerne ordentlich. Ich mag es einfach, wenn alles an seinem Platz steht. Auch saubere Böden, Fenster und Schränke finde ich irgendwie anziehend. Meine Tochter scheint diese Vorliebe leider nicht zu teilen. Seitdem sie krabbelt - und noch schlimmer - seitdem sie richtig mit am Tisch isst, herrscht bei uns zu Hause das Chaos.

Mittlerweile sieht unsere Wohnung so aus, wie die von Leuten, bei denen ich früher immer gedacht habe: "So willst du aber nicht leben." Dabei habe ich mich an herumliegendes Spielzeug, überquellende Windeleimer, fettige Handabdrücke auf Hochglanzfronten und zeitweise ausquartieren Dekoartikel längst gewöhnt. Auch dass man nicht mehr unbedingt vom Boden essen kann (ehrlicherweise konnte man das noch nie so gut) ist kein Problem für mich. Was mich aber so richtig fertig macht, ist die Tatsache, dass ich nach jeder Mahlzeit im Prinzip neu renovieren könnte.

Meine Maus liebt es, im Essen rumzumatschen. Am liebsten rührt sie mit ihren Patschhändchen in ihrem Abendbrei und verteilt ihn großzügig auf die Tischplatte. Die Masse wird dann hingebungsvoll ins Holz einmassiert (wer weiß, vielleicht ist dies ja eine besonders pflegende Möbelpolitur.) Zusätzlich klatscht sie einige Handvoll auf den Boden und an den Hochstuhl. Ihre Hände badet sie übrigens auch sehr gerne in purer Vollmilch - und zwar die in ihrem Milchbecher. Ich muss nicht erwähnen, dass die Hälfte davon überschwappt und kleine Milchpfützen auf Esstisch und Fußboden bildet.  Brotstücke fliegen - natürlich mit der Frischkäseseite nach unten- im hohen Bogen von ihrem Teller. Und Reis und Nudeln isst meine Tochter am liebsten mit der Hand - oder, wenn sie besonders gut drauf ist - wie ein Hund mit dem Mund direkt vom Teller.

Breireste können ja so hartnäckig sein

Es dauert jedes Mal eine kleine Ewigkeit, die Spuren des Essens zu beseitigen. Breireste können ja so hartnäckig festkleben. Im Restaurant krabble ich kurz vor dem Bezahlen immer unter den Tisch, um die eingespeichelten Speisereste aufzuklauben. Von dem was da unterm Tisch liegt, werden andernorts ganze Großfamilien satt.



Ich bin schwer genervt. Aber was soll ich tun? Verbiete ich die Schmiererei, tritt Töchterchen in den Hungerstreik, öffnet ihr Mäulchen nicht oder aber schreit hysterisch herum. Außerdem habe ich gelesen, dass das sinnliche Entdecken des Essen ja so wichtig sei für die Entwicklung. Und dazu gehört eben auch manschen. Aber wo sind die Grenzen? Ich versuche nun zu tricksen, drücke ihr immer eben extra Löffel in die Hand, fülle ein wenig von ihren Essen in ein extra Tellerchen und lasse sie dann alleine essen und schmieren. Trotzdem endet auch dies meistens in einer riesigen Sauerei.

Ich bin hin- und hergerissen zwischen machen lassen und hinterher stundenlang wischen und rigoroses unterbinden. Darum nun meine Bitte an alle erfahrenen Mamis.Wie habt ihr das gehandhabt? Waren oder sind eure Kind auch solch kleine Ferkelchen? Freue mich über ein paar Erfahrungsberichte, Tipps und Tricks. Bis dahin schwinge ich wohl noch ein wenig den Putzlappen. Oder streiche am besten die Wände ganz neu. Da landet nämlich auch gerne mal die ein oder andere Portion. Am häufigsten natürlich Karotten- oder Tomatenmatsch. Das sieht man wenigstens gut.


Kommentare:

  1. Wie sagte der Sohn einer Bekannten:
    Uwe 5 Jahre:
    Ich will keine Kinder später haben, die machen immer Krach und Dreck und stinken in die Hose, das kenne ich von mir....

    mehr Kindermund unter Http://www.kinderspruch.com

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